Textauszug

Leseprobe
Schneegestöber
S 140

Ob er wohl ausprobieren sollte, ob dieses feurige Temperament ihr in jeder Situation eigen war?
Langsam hob er das Glas und prostete Kitty zu. Der Blick, den er ihr dabei schenkte, war altbewährt. Er hatte noch bei keiner Frau, die er haben wollte, die Wirkung verfehlt.
Na also, sein Gegenüber errötete vielversprechend. Gleich würde sie den Blick verschämt senken und dann mit kokettem Augenaufschlag zu ihm hinüber blinzeln.
Doch Kitty Stapenhill dachte nicht daran, ihre Augen sittsam niederzuschlagen. Zu groß war ihre Freude. Zu kostbar das nie gekannte Gefühl des Triumphes, das sie in ihrem Herzen spürte.
Sie hatte es gewusst: Nur ein Tag in ihrer Gesellschaft würde genügen und St. James würde ebenso verliebt in sie sein, wie sie in ihn war. Sie erwiderte seinen Blick mit einem kleinen offenen Lächeln.
Nun war es an seiner Lordschaft, verwirft zu sein. Mary Ann hatte diesen Blickwechsel aufgefangen und hätte am liebsten laut aufgeschrien.
Wie kam dieser arrogante Mensch dazu, so schamlos mit Kitty zu flirten? Und wie kam dieses kleine Biest dazu, sich auf dieses gewagte Spiel einzulassen? Mit ihrem eigenen Vormund! Da hieß es einzugreifen, bevor es zu spät war. Sie musste etwas Passendes sagen. Etwas, das die beiden veranlasste, ihre Aufmerksamkeit auf profanere Dinge zu lenken.
Was sagt eine vornehme Lady in dieser Situation? "Ist dir eigentlich noch schlecht, Kitty?", war das Erste, das sie einfiel

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